Vom RΓ€tsel des Drachen und dem wahren Schatz
Es waren einmal zwei FrischvermΓ€hlte, die sich aufmachten, ein groΓes RΓ€tsel zu lΓΆsen. Kein gewΓΆhnliches RΓ€tsel β nein β das RΓ€tsel des Drachen, das seit Ewigkeiten ungelΓΆst in den alten Schriften schlummerte.
Der Drache war listig. Er hatte seinen Schatz hinter RΓ€tseln verborgen, eines verschlungener als das andere. Viele hatten es versucht β mit Schwert und Schild, mit Gewalt und Zorn. Doch der Drache lachte nur ΓΌber jene, die glaubten, StΓ€rke allein kΓΆnne seine PrΓΌfungen bestehen.
Doch dieses Paar war anders. Sie kamen nicht mit Waffen, sondern mit scharfem Verstand, unerschΓΌtterlichem Zusammenhalt und einem LΓ€cheln, das selbst den Drachen verwirrte.
RΓ€tsel um RΓ€tsel lΓΆsten sie β gemeinsam. Wo einer nicht weiterwusste, hatte der andere die Antwort. Wo Worte fehlten, sprachen Blicke. So, als hΓ€tten sie schon tausend Abenteuer zusammen bestanden.
Und als sie vor dem letzten RΓ€tsel standen β dem schwersten, das der Drache je ersonnen hatte β da blickten sie einander an, nickten, und sprachen die Antwort wie aus einem Munde.
Der Drache verstummte. Dann, langsam, neigte er sein gewaltiges Haupt. βIhr habt bestanden," sprach er. βNicht durch Kraft, nicht durch GlΓΌck β sondern durch das, was Euch verbindet. Nehmt den Schatz. Ihr habt ihn Euch wahrhaft verdient."
Sie standen vor dem Hort des Drachen. Gold glΓ€nzte, Edelsteine funkelten im Fackelschein, und die Luft roch nach uralter Magie.
Doch sie wussten beide β der wahre Schatz war nicht das Gold. Der wahre Schatz stand direkt neben ihnen.
Denn βSchatz" hatte fΓΌr sie schon immer eine andere Bedeutung gehabt.
Doch eine letzte Aufgabe blieb. Der Drache hatte gesprochen: βDer Schatz gehΓΆrt Euch β doch um ihn zu heben, mΓΌsst Ihr jenen davon berichten, die auf Euch gewartet haben."
βEure Freunde haben gebangt und gehofft," fuhr er fort. βSie haben mitgefiebert, mitgerΓ€tselt, mitgezittert. Geht zu ihnen. ErzΓ€hlt ihnen vom Ende des RΓ€tsels."
βUnd wer weiΓ," der Drache zwinkerte, βvielleicht halten sie selbst eine Γberraschung fΓΌr Euch bereit."
Sucht Eure treuen WeggefΓ€hrten auf und berichtet ihnen vom Ende des RΓ€tsels. Sie warten auf Euch.
Und so endet das RΓ€tsel des Drachen. Nicht mit dem Klirren von Schwertern, sondern mit dem Klang von gemeinsamen Worten.
Der wahre Schatz war nie das Gold.
Es war immer der Mensch an Eurer Seite.